Dr. Thomas Hafner | Kardiologe und Internist in  Wien WAHLARZT-ORDINATION
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Meine Angebote Rehabilitation und Nachsorge Patientenverfügung

Patientenverfügung

Nicht nur Krebserkrankungen, sondern auch chronische Herzkreislauferkrankungen können zu einer Einschränkung Ihrer Lebenserwartung führen, und Sie werden sich Gedanken über Ihre letzte Lebensphase machen. In einer Patientenverfügung können Sie für den Fall, daß Sie eines Tages nicht mehr in der Lage sind, Wünsche zu äußern oder Maßnahmen abzulehnen, festlegen,  was nicht geschehen soll. Wichtig ist hier das Wort „nicht“, d.h. Sie können nur Maßnahmen ablehnen, aber keine Maßnahmen fordern.

Die wenigsten Patienten haben konkrete Vorstellungen über medizinische Situationen in der letzten Lebensphase, als abschreckend werden meist „künstliche Ernährung“ oder „sinnlose“ lebenserhaltende Maßnahmen empfunden. „Künstliche Ernährung“ aber ist oft nicht auf Dauer, sondern nur eine vorübergehende Unterstützung des Heilungsvorgangs, und die Unterscheidung zwischen Sinn und Sinnlosigkeit lebenserhaltender Maßnahmen ist in der Praxis oft schwierig. Je weniger konkret und je weniger nachvollziehbar Angaben in Patientenverfügungen sind, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit, daß sie im Ernstfall auch beachtet werden können.

Die Erstellung einer Patientenverfügung, die die Wünsche (bzw eigentlich Ablehnungen) eines Patienten möglichst konkret formuliert, ist daher erfahrungsgemäß einer recht aufwendiger Prozeß, da ich einerseits die Wünsche und Ablehnungen des Patienten in Erfahrung bringen und andererseits mit dem Patienten diskutieren muß, ob mit diesen Wünschen und Ablehnungen auch das erreicht bzw verhindert wird, was sich der Patient vorstellt. Ich erstelle daher Patientenverfügungen nicht „nebenbei“ während eines Routinebesuchs, sondern reserviere dafür eigens einen oder mehrere Termine.

Formell wird zwischen beachtlichen und verbindlichen Patientenverfügungen unterschieden. Die beachtliche Patientenverfügung muß keine formellen Kriterien erfüllen, es gibt für sie keine Erneuerungspflicht oder Ablaufzeit. Die beachtliche Patientenverfügung ist für den behandelnden Arzt nicht bindend. Die verbindliche Patientenverfügung setzt eine ärztliche Aufklärung voraus, sie muß vor einem Mitarbeiter der Patientenvertretung, der Patientenanwaltschaft, einem Anwalt oder Notar erfolgen;  sie muß alle 5 Jahre erneuert werden und kann jederzeit widerrufen werden. Die verbindliche Patientenverfügung ist für den behandelnden Arzt bindend; zu beachten ist, daß sich eine verbindliche Patientenverfügung gegen die aktuelle Interessenslage des Patienten richten kann.

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